Schuljahr 1956/57

 zusammengestellt von Albert Velser, Vussem

Die Kinderzahl nimmt nicht weiter ab. Mit 20 scheint der Tiefpunkt erreicht zu sein. Durch Wohnungswechsel kamen weitere 3 Kinder in die hiesige Schule. Zwei Neuaufnahmen brachten die Gesamtzahl wieder auf 25. Die Aufnahme gab wie die Entlassung Anlaß zu einer kleinen Feier..
Der Schulausflug ging in diesem Jahre nach Düsseldorf, zum Flughafen Lohausen und nach Wuppertal, um dort die Schwebebahn und den Zoo zu sehen. Bei dem anhaltend schlechten Sommerwetter hatten wir am 31.07. noch einen guten Tag getroffen. Zunächst ging es über Zülpich, quer durch die Kölner Bucht nach Köln. Hier herrschte in den Morgenstunden reger Verkehr. Besondere Beachtung fand die moderne Verkehrsregelung mit Ampeln und Hinweisschildern = und Zeichen. Über die Mühlheimer Hängebrücke ging es auf die andere Rheinseite. Hier erregte Leverkusen bes. Aufmerksamkeit nicht minder das Benrather Schloß. Alle Erwartungen aber übertraf das Leben und das Bild des Flughafens. Vom größten bis zum kleinsten Flugzeug standen sie dort. Bald starteten diese, bald landeten jene Maschinen verschiedener Luftfahrtgesellschaften. Mit dem „Expreß“ sahen wir uns alles aus der Nähe an. Auch wurde zum allgemeinen Verständnis ein Film über die Entwicklung des Flugwesens gezeigt. Gerne wären wir noch dort geblieben; die Zeit war aber so bemessen, daß es nach Wuppertal ging. Leider konnte man bald merken, daß der Flughafen alle Interessen für die Schwebebahn und den landschaftlichen so schön gelegenen Zoo genommen hatte. Das wäre nicht nötig gewesen wenn es mir bei einem Ausflugsziel geblieben wäre. So aber war es zu viel. Quer durch das Bergische Land ging es wieder nach Köln und von dort nach Hause.
Im Sommer diesen Jahres trat zum erstenmal unter den Wildkaninchen die Unyxomathose auf. Es handelt sich dabei um eine ansteckende Schleimhautentzündung, an der die Kaninchen in grauenhafter Weise eingehen. Der Abschuß von über 500 Tieren in einem Jahr dürfte damit für längere Zeit nicht mehr erreicht werden..
Die Gestaltung des St. Martinsfestes, Freudentag der Kinder, bereitete in diesem Jahre einige Schwierigkeiten. Zunächst fehlte das Geld. In einer Haussammlung mußte es zusammengebracht werden. Alsdann war keine Blaskapelle zu bekommen. Guter Wille und Einsatzfreudigkeit lösten aber auch das Problem. Beinahe hätte das Wetter zuletzt noch durch alle mühevoll gelungenen Vorbereitungen einen Strich gemacht. Trotz leichten Regens konnte der Martinszug
gehen, das Feuer abgebrannt, und anschließend eine kleine Feier in der Schule gehalten werden.
Am Jahrestag des hl. Nikolaus kamen die beiden Pächter des hiesigen Jagdbezirkes persönlich in die Schule. Im Auftrage des Tagesheiligen übereichten sie jedem Kinde eine gefüllte Tüte. In Nikolaus – und einigen Jägerliedern brachten wir unseren Dank zum Ausdruck.
Der zweite Elternabend im Jugendheim, am 23.Dezember war wieder ein voller Erfolg. Die 14 Kinder der Oberklasse waren Hauptgestalter. Waggerls in = und auswendige Gedichten um das Christkind, von dem Kirchenchor mit passenden Weihnachtsliedern umrahmt, gaben die Einleitung. Schließlich öffnete sich die selbstgebaute Bühne für den lustigen Zweiakter: „ Der Mond mit roter Nase“. Dieses weihnachtliche Theaterspiel, von den Kindern gut aufgeführt, fand reichen Beifall.
Am 23.3.1957 wurden zwei Jungen und zwei Mädchen aus der Schule entlassen. Die Eltern der Entlaßschüler wohnten der schönen Feier bei. Als besondere Überraschung wurden neben den bekannten Liedern und Gedichten einige neue Lieder und selbst verfaßte Gedichte, die viele auf die Entlaßschüler bezogen, vorgetragen. Nach einer Ansprache und der Zeugnisverteilung traten die Kinder, mit den besten Wünschen aller, den Weg ins Leben an.

Das Schuljagr schloß am 31.03.

Bemerkung:

Bei der vorliegenden Lorbacher Schulchronik handelt es sich um eine Abschrift, die mit der Schreibmaschine geschrieben wurde. Ein paar wenige kopierte Blätter der Originalchronik sind beigefügt. Der Text wurde zum besseren Verständnis nur in wenigen Fällen vom Bearbeiter geändert. Der in Klammern gefasste Text wurde von dem Bearbeiter zugefügt.
Im Stadtarchiv Mechernich, das für die Archivierung der Schulchroniken zuständig ist, befindet sich weder das Original noch eine Abschrift der Lorbacher Schulchronik. Sollte die Originalchronik noch irgendwo vorhanden sein, wäre die Stadtarchivarin dankbar, wenn diese ans Archiv abgegeben würde, da dort bereits ein großer Teil der Chroniken der ehemaligen dörflichen Schulen des Stadtgebietes archiviert sind. Im Archiv ist gewährleistet, dass dieses Schriftgut erhalten bleibt und dem interessierten Bürger zugänglich ist.

Schuljahr 1955 / 56

 zusammengestellt von Albert Velser, Vussem

Im Rahmen einer kleinen Feie mit Gedichten, Geschichten, Erzählungen und Liedern wurden 4 Kinder des Ortes in das 1. Schuljahr aufgenommen. Die Gesamtzahl der Schüler beläuft sich auf 22, 13 Mädchen und 9 Jungen.
Am 25.5. fand die alljährliche Elternversammlung statt. Fast alle waren anwesend. Die Elternpflegschaft des Vorjahres wurde für das Schuljahr 1955/56 wiedergewählt. Außer dieser Wahl wurden noch weitere neun Punkte der Tagesordnung besprochen. Ausführlicher Bericht ergibt das Protokoll.
7.7. Die Aufführung des Schauspiels „Wilhelm Tell“ von Fr. v. Schiller auf der Freilichtbühne des Loreleyfelsen ließ uns, vereint mit der Schule in Kallmuth einen Ausflug dorthin machen. Wenn die Aufführung nicht den gemachten Vorstellungen entsprach, bleibt allein schon die Fahrt in diese herrliche Gegend des Mittelrhein in steter Erinnerung. Die Festung Ehrenbreitstein und der nicht weit davon entfernte Wallfahrtsort „Roter Hahn“ wurden auf der Rückfahrt aufgesucht und besichtigt.
Mit den Kindern und Erwachsenen wurde in diesem Jahre vor dem Kapellenfest abends im Klassenraum der Schule die Speyerer Domfestmesse eingeübt. Der gemeinsame Gesang trug zur wesentlichen Verschönerung des Festgottesdienstes in unserem kl. Gotteshaus bei.
Am 6. September fand wiederum in Vussem das diesjährige Sportfest statt. Das recht launige Wetter hinderte an einer reibungslosen Durchführung, so daß einige Läufe nachgeholt werden mußten. Das Ergebnis ist bei 14 Teilnehmern mit 7 Sieger-Urkunden zufriedenstellend.
Wie eine große Familie stehen die Bewohner des Ortes an den Kirmestagen 25.Sept. zusammen. Das kam ganz recht bei der Heldenehrung am Denkmal zum Ausdruck. Flötenvorträge, Gedichte, Ansprache und mehrstimmiger Gesang dürfte der kleinen Feier eine zufriedenstellende Note gegeben haben.
Herbst 1955 — Seit mehreren Monaten arbeitet das Kulturamt Euskirchen in den Gemarkungen um Lorbach an einer Flurbereinigung, teils um = teils Zusammenlegung. Wie sich das Ergebnis im Einzelnen auswirkt, wird die Zukunft zeigen. Zur Zeit scheinen weder die begüterten noch minder begüterten Bauern – in Folge der stark wechselnden Bodenverhältnisse – mit den Ergebnissen einverstanden zu sein. Das Kulturamt dürfte es oft in seinen Entscheidungen nicht leicht haben.
So verregnet der Sommer des Jahres 1954 war, so trocken und sonnenreich war der diesjährige Sommer. Noch bis spät in den Herbst hielt das trockene Wetter an. Das Martinsfest mit Fackelzug und Martinsfeuer erlebte – vielleicht der günstigen Wetterverhältnissen wegen - diesmal eine auffallend starke Beteiligung. Nach einer kleinen Feier im Schulraum, bekam wieder jedes Kind einen Wecken.
Das trübe und nebelige Wetter am Volkstrauertag spiegelte so recht die tiefinnere menschliche Seite dieses Tages wider. Am Spätnachmittag fanden sich viele Bewohner am Ehrenmal ein, um der von der Schule gestaltete Feier beizuwohnen.
St. Nikolaus kam in diesem Jahre nachts, trotzdem brachte er allen Schulkindern und sogar denen die noch nicht die Schule besuchen ein volle Tüte.
Erstmals beteiligte sich unsere Schule in diesem Jahre, unmittelbar vor den Ferien, an der großen Weihnachtssammelaktion des Roten Kreuzes „Helft uns helfen“ ! Zwei Pakete mit Nahrungsmittel aller Art, im Werte von 25 DM konnten so bei der Amtsverwaltung in Mechernich zur Weiterleitung abgegeben werden.
Am 14.II. spielten wir vor den Eltern und Kindern des Dorfes erstmalig mit den selbstgebastelten Kasperlepuppen. Das Märchen „Hänsel und Gretel“ in Stegreifform gefiel allgemein besser als das Kasperlelustspiel „Die goldene Kette“. Lachen und Applaus bewiesen das Gefallen.
Für die Schulentlassungsfeier war auch in diesem Jahre Klassenraum festlich geschmückt worden. Lieder = und Flötenvorträge, Gedichte und Ansprachen füllten die letzten Stunden der beiden zur Entlassung gelangenden Mädchen aus.

Das Schuljahr schloß am 28.03.1956

Bemerkung:

Bei der vorliegenden Lorbacher Schulchronik handelt es sich um eine Abschrift, die mit der Schreibmaschine geschrieben wurde. Ein paar wenige kopierte Blätter der Originalchronik sind beigefügt. Der Text wurde zum besseren Verständnis nur in wenigen Fällen vom Bearbeiter geändert. Der in Klammern gefasste Text wurde von dem Bearbeiter zugefügt.
Im Stadtarchiv Mechernich, das für die Archivierung der Schulchroniken zuständig ist, befindet sich weder das Original noch eine Abschrift der Lorbacher Schulchronik. Sollte die Originalchronik noch irgendwo vorhanden sein, wäre die Stadtarchivarin dankbar, wenn diese ans Archiv abgegeben würde, da dort bereits ein großer Teil der Chroniken der ehemaligen dörflichen Schulen des Stadtgebietes archiviert sind. Im Archiv ist gewährleistet, dass dieses Schriftgut erhalten bleibt und dem interessierten Bürger zugänglich ist."

Schuljahr 1954 / 55

zusammengestellt von Albert Velser, Vussem

„Nach der Versetzung des Herrn Lehrer Löhr vertrat Herr Lehrer Busch aus Weyer vom 3. bis 11. Mai den Dienst in der hiesigen Schule. Am 12. Mai 1954 wurde der ape. Lehrer Josef Jost mit der Verwaltung der Schulstelle beauftragt.
Die Zahl der Schüler betrug am Tage des Antrittes 28; 10 Jungen und 18 Mädchen.
Die alte Kaiser und = Badestadt Aachen war in diesem Jahre (28. VII.) Ziel unseres Schulausfluges. Schatzkammer und Dom boten Eltern und Kindern unvergeßliche Eindrücke. Ebenso dürften die eingehend erklärten Sehenswürdigkeiten wie der „Wehrhafte Schmied“, „Karlsbrunnen, Rathaus, Ungarnbad, Lonsberg, Stadtgarten“ in guter Erinnerung bleiben. An der Braunkohlengrube „Zukunft“ bei Eschweiler konnte ich dem 5. und 6. Schuljahr besonders anschaulich die Braunkohlen und = Lösschicht der Kölnerbucht zeigen. Einen würdigen Abschluß fand der Ausflug durch den Besuch des Heldenfriedhofes in Hürtgen.
Von den 20 Teilnehmern unserer Schule beim Jugendsportfest in Vussem errangen 9 mehr als 40 Punkte.
Wie in jedem Jahre so fand auch in diesem Jahr während der Lorbacher Kirmes eine Heldenehrung statt. Sinnvolle Lieder und Gedichtsvorträge der Kinder trugen zur Gestaltung der Feier bei.
Am Martinstage zog wie in den Vorjahren ein kleiner aber schöner Martinszug über die Straße des Dorfes. An der neuen Straße wurde das Feuer abgebrannt. Nahe der allg. Feier fand eine kurze Ehrung anläßlich des 80. Geburtstages von Ww. Rosa Steffens statt.
Der Volkstrauertag am 14. XI. wurde auch in unserer Gemeinde würdevoll begangen. Die Feier wies vorwiegend religiösen Charakter auf. In Lied, Vortrag und Ansprache kam das bes. zum Ausdruck. Hauptträger der Veranstaltung war die Schule.
Herr Schulrat Blom besuchte am 12.XI. die hiesige Volksschule. Die gezeigten Leistungen befriedigten.
Auch in diesem Jahre kam St. Nikolaus zu uns. Nach einer kurzen Vorfeier betrat er schwerbepackt den Klassenraum. Jedem Kinde sagte er in Beisein der Eltern wenige gesetzte aber auch ernste Worte. Als besondere Überraschung übereichte er jedem Kind eine gefüllte Tüte.
Am 23.XII.1954, dem letzten Schultag vor den Weihnachtsferien, fand in dem Landschulheim der Kölner Jugend ein Elternabend statt. Alle Darbietungen trugen weihnachtlichen Charakter. Der erste Teil des Abends bestand aus Weihnachtsgedichten und Liedern. Diesen folgte das Krippenspiel der Mission:
„ Macht auch uns Platz“. Schließlich folgte das kleine Theaterstück „Friede auf Erden“. Eltern und selbst Kinder waren von dem gelungenen Abend begeistert.
In einer Feierstunde, die mit Gedichten, Liedern, Musikvorträgen, dem Märchenspiel König Drosselbart und Ansprachen umrahmt war, wurden am 26.III. 1955 6. Mädchen und 2. Jungen aus der Schule entlassen. Die Eltern, sowie Vertreter der Gemeinde wohnten der schönen Feier bei.

Bemerkung:

Bei der vorliegenden Lorbacher Schulchronik handelt es sich um eine Abschrift, die mit der Schreibmaschine geschrieben wurde. Ein paar wenige kopierte Blätter der Originalchronik sind beigefügt. Der Text wurde zum besseren Verständnis nur in wenigen Fällen vom Bearbeiter geändert. Der in Klammern gefasste Text wurde von dem Bearbeiter zugefügt. Im Stadtarchiv Mechernich, das für die Archivierung der Schulchroniken zuständig ist, befindet sich weder das Original noch eine Abschrift der Lorbacher Schulchronik. Sollte die Originalchronik noch irgendwo vorhanden sein, wäre die Stadtarchivarin dankbar, wenn diese ans Archiv abgegeben würde, da dort bereits ein großer Teil der Chroniken der ehemaligen dörflichen Schulen des Stadtgebietes archiviert sind. Im Archiv ist gewährleistet, dass dieses Schriftgut erhalten bleibt und dem interessierten Bürger zugänglich ist."

Schuljahr 1953 / 54

zusammengestellt von Albert Velser, Vussem

„Das Schuljahr begann am 16.04.53. Neu aufgenommen wurden 2 Mädchen. Die gesamte Schülerzahl betrug damit 34, 16 Jungen und 18 Mädchen.
Auf Anregung der Regierung wurde der Verkehrserziehung besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Das Gesamtunterrichtsthema am Anfang des Schuljahres hieß: Sei höflich und hilfsbereit im Straßenverkehr! Zwei volle Stunden sprach der Polizeiwachtmeister Wolter aus Vussem zu den Kindern über die Gefahren im Straßenverkehr.
Weil die meisten Kinder an Masern erkrankt waren, mußte die Schule vom 19.06. bis zum 28.06.geschlossen werden.
Unser Schulausflug mit den Eltern führte uns über Euskirchen – Bonn durch den Westerwald nach Montabaur, wo wir das Schloß besichtigten. Weiter ging die Fahrt zur Lahn; die Kuranlagen in Bad Ems wurden eingehend besichtigt. Danach brachte uns der Omnibus über die Höhen des Taunus nach Braubach am Rhein. Abends fuhren wir über Koblenz – Rheinbach nach Hause.
Die Bundesjugendspiele wurden am 28.07. mit den Schulen Breitenbenden, Vussem, Holzheim und Harzheim in Vussem abgehalten.
Pfarrer Eugen Kranz wurde im August nach Krefeld Ficheln versetzt. Die Pfarre verabschiedete ihn am 09.08. mit einer schönen Feier. Es muß erwähnt werden , das Pfarrer Kranz zu Ehren des Pfarrpatron St. Georg den Georgsritt einführte. Dieser Georgsritt fand am 1. Mai statt und war ein voller Erfolg.
Der nationale Feiertag wurde am 7.9. in würdiger Weise in der Schule begangen.
Am 22.10. fand an der hiesigen Schule die Arbeitsgemeinschaft der Junglehrer statt. Ich hielt eine naturkundliche und eine deutschkundliche Stunde.
Eine Wanderung am 27.10. nach Urfey zeigte uns in Nähe des „Königsfeldes“ eine Pappelanpflanzung.
Nach dem diesjährigen Martinszug wurde in der Schule eine Feier zu Ehren der achtzigjährigen Frau Haas gehalten.
Zu Ehren der Gefallenen wurde am Volkstrauertag von den Schulkindern eine Feier veranstaltet. Herr Bürgermeister M. Schumacher hielt eine Ansprache.
Im Januar wurde die Schule, weil schon seit Jahren Jauche in den Keller drang, ringsum freigelegt, verputzt und mit einem Schutzanstrich versehen.
Bei schönem und warmen Frühlingswetter wurde am 6. Februar eine Wanderung nach Vussem – Eiserfey unternommen.
Den Geburtstag des Bundespräsidenten feierten wir am 1. Februar.
Eine lustige Fastnachtsfeier veranstalteten wir am 2. März in der Schule.
Bei einer Feierstunde zum Tag des Baumes wurden im Unterdorf in der Nähe des alten Brunnens 4 Birken gepflanzt. Die Kinder umrahmten die Feier mit Gedichten, Sprechchören und Liedern. Bürgermeister Schumacher hielt eine Ansprache.
Der 27. März waren Eltern und Kinder im Schulsaal vereint, um 4 Jungen und 2 Mädchen aus der Schule zu entlassen. Nach Gedichten und Lesungen und Liedern der Kinder hielten der Bürgermeister und ich Ansprachen an die zur Entlassung kommenden Schüler. Nach der Zeugnisverteilung traten sie den Weg ins Leben an.
Das Schuljahr schloß am 10. April 1954.
Zwei Jungen beabsichtigen, die Gymnasien in Euskirchen bzw. Rheinbach zu besuchen. Ein Mädchen will an der Handelsschule in Dortmund studieren.
Am 1. Mai 1954 wurde ich nach Oberhausen bei Schleiden versetzt.
                                                                                  Ernst Löhr

Bemerkung:

Bei der vorliegenden Lorbacher Schulchronik handelt es sich um eine Abschrift, die mit der Schreibmaschine geschrieben wurde. Ein paar wenige kopierte Blätter der Originalchronik sind beigefügt. Der Text wurde zum besseren Verständnis nur in wenigen Fällen vom Bearbeiter geändert. Der in Klammern gefasste Text wurde von dem Bearbeiter zugefügt.
Im Stadtarchiv Mechernich, das für die Archivierung der Schulchroniken zuständig ist, befindet sich weder das Original noch eine Abschrift der Lorbacher Schulchronik. Sollte die Originalchronik noch irgendwo vorhanden sein, wäre die Stadtarchivarin dankbar, wenn diese ans Archiv abgegeben würde, da dort bereits ein großer Teil der Chroniken der ehemaligen dörflichen Schulen des Stadtgebietes archiviert sind. Im Archiv ist gewährleistet, dass dieses Schriftgut erhalten bleibt und dem interessierten Bürger zugänglich ist."

Schuljahr 1952 / 53

zusammengestellt von Albert Velser, Vussem

„Das Schuljahr des Jahres 1952/53 begann am 17. April. Ins erste Schuljahr wurden vier Kinder neu aufgenommen, und zwar zwei Jungen und zwei Mädchen.

Wie es sich in den letzten Jahren schon eingebürgert hatte, so wurde auch jetzt am 17. April, dem ersten Schultag, das neue Schuljahr durch den Besuch einer hl. Messe in Kallmuth begonnen. Die hl. Messe wurde zelebriet durch den derzeitigen Pfarrer, Hochwürden Eugen Kranz.

Am 25. 04 wurde der „Tag des Baumes“ festlich begangen. Da wir gerade für diesen Monat im Gesamtunterricht das Thema „Der Wald und seine Kinder“ gewählt hatten, waren die Kinder für diese Feier sehr aufgeschlossen.

Anfang Mai 1952 wurde in der Kallmuther Pfarrkirche eine zwei Wochen dauernde Mission abgehalten. Für die Schulkinder fanden einige besondere Predigten statt.

Am 14.06. spendete seine Exelenz Bischof J.J. van der Velden in der Pfarrkirche zu Kallmuth das hl. Sakrament der Firmung.

Der 20. 06. sah die Kinder der hiesigen Schule mit vielen Vätern und Müttern auf ihrem großen Ausflug. Es ging über Gemünd, Schleiden und Höfen nach Monschau. Dort wurden Burg, „Rotes Haus“ und die Kirche besichtigt. Die weitere Fahrt führte uns über Kesternich nach Rurberg. Ein schmuckes Motorboot brachte uns dann zum Sperrdamm der Rurtalsperre bei Heimbach. Besonders begeistert waren alle von der Schönheit des Rurtales, das wir bis  Nideggen durchfuhren. Nachdem wir Nideggen mit seiner Burg besichtigt hatten, ging die Fahrt über Zülpich nach Hause.

Am 22.07.52 veranstaltete das 2.-4. Schuljahr auf unserem provisorischen Sportplatz am „Lichterberg“ ein selbst geschriebenes Spiel nach der Fabel der Gebr. Grimm „Der Fuchs und die Katze“.

Der 25.07.52 sah das 5. – 8. Schuljahr in Vussem beim Sportfest. Außer Lorbach waren noch anwesend: Vussem, Bergheim, Breitenbenden, Holzheim und Harzheim. Die Kinder sammelten beim beim Weitsprung, beim Weitwurf und beim Kurzstreckenlauf (75 bzw. 100 m) fleißig Punkte.

Herr Lehrer Soutschka aus Bergheim feierte am 25.09.52 sein 40 jähriges Dienstjubiläum. Gemeinsam mit den Bergheimer Kindern sangen auch wir aus Lorbach bei der Feier Lieder zu Ehren des Jubilars. Als Stellvertreter von Herrn Schulrat Blom überbrachte Rektor Zimmers die Glückwünsche der Aachener Regierung.

Zu Ehren der Gefallenen beider Weltkriege sangen am Sonntag den 28.09.52 (Kirmes) die Schulkinder am Ehrenmal einige Lieder, auch trugen sie ein paar Gedichte vor.

Den ganzen Sommer über herrschte in der Bundesrepublik und darüber hinaus in manchen anderen Ländern die Seuche der  spinalen Kinderlähmung. Die Kinder wurden wiederholt zur größten Sauberkeit angehalten, um so eine Ansteckung möglichst zu vermeiden. Trotzdem diese Krankheit auch auf den Kreis Schleiden übergriff, blieb unser Dorf verschont.

Am 23.10.1952 legte ich (Ernst Löhr) hier an der Schule meine zweite Lehrerprüfung ab. Den Vorsitz bei der Prüfung führte der Oberregierungs(…?) Schulrat Keppertz aus Aachen. Beisitzer waren Schulrat Blom und Rektor Zimmers, beide aus Mechernich.

Zu einer Röntgen-Reihenuntersuchung gingen am 11.11.52 alle Kinder nach Mechernich. Die Untersuchung ergab, daß alle Kinder gesund waren.

Der Martinszug verlief auch in diesem Jahr wie üblich. Nach der Verteilung der Wecken wurde die 80-jährige Frau Kloster durch Lieder und Gedichte  geehrt.

Für alle Kinder am schönsten war der 5.12.52, an dem sie der hl. Nikolaus in der Schule besuchte. Der hl. Mann nahm sich alle Kinder einzeln vor; Er wußte von allen Gutes u. Böses. Die Kinder sangen ihm zu Ehren Lieder und trugen Gedichte vor. Zum Schluß verteilte Nikolaus an alle Leckereien.

Bei einer Elternversammlung am 9.12.52 wurden die Gesetze zur Bildung einer Schulpflegschaft besprochen. Besonders herausgestellt wurde Sinn u. Zweck der Schulpflegschaft. Zum Vorsitzenden wurde Herr Joh. Hufschmidt, zum Stellvertreter Herr Peter Schnichels gewählt.

Im Januar und Februar 1953 fiel so viel Schnee, daß die Wege alle zugeschneit und Lorbach von aller Verbindung abgeschnitten war. Im Schulgarten waren die Bäume der oberen Reihe ganz zugeschneit. Am 4.2.53. beteiligten sich auch die Kinder des 5. – 8. Jahrgangs am Schneeschippen, damit der Weg nach Bergheim wieder befahrbar werde.

Am 30.03.53 wurden 4 Mädchen und 3 Jungen aus der  Schule entlassen; die Kinder aller Jahrgänge hatten für ihre Mitschüler, die nun zum  letzten Mal in der Schule mit ihnen vereint waren, ein schönes Abschiedsspiel aufgeführt.

Bemerkung:

Bei der vorliegenden Lorbacher Schulchronik handelt es sich um eine Abschrift, die mit der Schreibmaschine geschrieben wurde. Ein paar wenige kopierte Blätter der Originalchronik sind beigefügt. Der Text wurde zum besseren Verständnis nur in wenigen Fällen vom Bearbeiter geändert. Der in Klammern gefasste Text wurde von dem Bearbeiter zugefügt.

Hinweis:

Im Stadtarchiv Mechernich, das für die Archivierung der Schulchroniken zuständig ist, befindet sich weder das Original noch eine Abschrift der Lorbacher Schulchronik. Sollte die Originalchronik noch irgendwo vorhanden sein, wäre die Stadtarchivarin dankbar, wenn diese ans Archiv abgegeben würde, da dort bereits ein großer Teil der Chroniken der ehemaligen dörflichen Schulen des Stadtgebietes archiviert sind. Im Archiv ist gewährleistet, dass dieses Schriftgut erhalten bleibt und dem interessierten Bürger zugänglich ist

Schuljahr 1951 / 52

zusammengestellt von Albert Velser, Vussem

„Das Schuljahr begann am 5. April 1951. Drei Kinder, ein Mädchen und zwei Jungen, wurden eingeschult. Insgesamt besuchten im Schuljahr 1951/52 neununddreißig Kinder, 19 Mädchen und 20 Jungen, die Volksschule.

Eine naturkundliche Halbtagswanderung führte uns am 11.4.1951 zum Lichterberg und zum „Höngertsbüsch“. Die früh blühenden Pflanzen und die jetzt noch gut zu beobachtende Vogelwelt interessierten uns besonders.

Am Sonntag den 22.4.51 hielt ich eine Elternversammlung ab. Sie dauerte von 17 Uhr bis 19:30 Uhr. Verschiedene Erziehungs- und Bildungsprobleme wurden besprochen. Danach wurde eine Schulpflegschaft, bestehend aus den Herren Michael Schumacher und Matthias Steffens und der Frau Helene Bartsch, gewählt.

Bei einer weiteren naturkundlichen Wanderung am 5. Juni in die „Hasenhecke“ und das „Wiesental“ lernten die Kinder die verschiedenen Arten der hier vorkommenden Sträucher kennen.

Am 3.Juli 1951 starteten wir um 6.30 Uhr zu unserem großen Schulausflug mit dem Autobus. Fast alle Eltern und auch viele Dorfbewohner begleiteten uns. Die Fahrt führte uns durch die Braunkohlenfelder des Vorgebirges nach Köln. Dom und Zoo wurden besichtigt. Dann ging es in das Bergische Land, wo wir in Altenberg wiederum ein schönes gotisches Bauwerk, den Dom von Altenberg, betrachten konnten. Das, was den Kindern und auch den Eltern am meisten gefiel, war das Schloß „Burg an der Wupper“. Dieses aus der Blütezeit des Rittertums stammende Schloß mit seinen vielen Zimmern, Kammern und Stuben, die z.T. noch die damals gebrauchten Möbel und Geräte zeigen, brachte den Kindern diese mittelalterliche Zeit recht deutlich und sichtbar nahe.

Auf dem Sportplatz in Vussem trafen sich am 27.Juli die Schulen von Bergheim, Vussem, Holzheim, Breitenden und Lorbach zum sportlichen Wettkampf. Die Kinder mußten ihr Können im Laufen, Springen und Werfen zeigen. Die höchste Punktzahl von den Lorbacher Schülern zeigte Heinrich Schumacher.

Die Brandstelle der Schmiede des Herrn Theisgen besichtigten wir auf einer Wanderung nach Eiserfey am 31.Sept.1952.

Die Feier des nationalen Gedenktages am 12. September wurde mit der Schule Kallmuth gemeinsam in Kallmuth gehalten. Nach der Feier fand ein Fußballspiel der Schule Kallmuth gegen Lorbach statt, das die Lorbacher mit 0:3 gewinnen konnten.

Am 21. Dezember veranstalteten die Kinder eine kleine Weihnachtsfeier. Sie schenkten sich untereinander Weihnachtspäckchen.

Die Elternversammlung wurde im Monat Januar 1952 abgehalten, da die Eltern zur Winterzeit für diese Sachen am besten Zeit haben. Diesmal wurden die Eltern gruppenweise eingeladen, die Kinder während des Unterrichtes zu besuchen. Nach den jeweils drei bzw. zwei Unterrichtsstunden fand dann eine Aussprache statt.

An den folgenden Tagen haben die Eltern uns während des Unterrichtes besucht.

15 Januar 1952: Eltern, deren Kinder im 7. und 8. Jahrgang sind.

22. Januar 1952: Eltern deren Kinder im 5. und 6. Jahrgang sind.

29. Januar 1952: Eltern deren Kinder im 1., 2., 3. und 4 Jahrgang sind.

Eine Fastnachtsfeier veranstalteten wir am 25. 2.1952. Die Kinder zeigten, daß auch eine anständige Feier viel Freude bereiten kann.

Am 31.3.1952, dem letzten Tag des Schuljahres, veranstalteten die Kinder für die Schüler die entlassen wurden – vier Jungen und drei Mädchen – eine schöne Entlassungsfeier. So waren Kinder, Eltern und der Lehrer nochmals am letzten Schultage vereint, und sie alle wünschten den sieben Scheidenden für ihre Zukunft alles Gute.

Bemerkung:

Bei der vorliegenden Lorbacher Schulchronik handelt es sich um eine Abschrift, die mit der Schreibmaschine geschrieben wurde. Ein paar wenige kopierte Blätter der Originalchronik sind beigefügt. Der Text wurde zum besseren Verständnis nur in wenigen Fällen vom Bearbeiter geändert. Der in Klammern gefasste Text wurde von dem Bearbeiter zugefügt.

Schuljahr 1950 / 51

zusammengestellt von Albert Velser, Vussem

„Das Schuljahr begann am 18. April 1950. Vier Kinder, drei Mädchen und ein Junge, wurden eingeschult. Die Schülerzahl betrug 48 und verringerte sich dann durch Wegzug verschiedener Familien auf 42.

Der 1. Mai 1950 war für Lorbach ein doppelter Festtag: Die Eheleute Peter Haas feierten ihre Goldene Hochzeit und eine Ehrengrotte für die Gefallenen der beiden letzten Weltkriege wurde eingeweiht. An beiden Feierlichkeiten beteiligten sich die Schulkinder mit Lieder und Gedichten.

Bei einer Halbtagswanderung in die nähere Umgebung am 4. Mai wurde in Eiserfey die alte Dorfschmiede besucht. Der Meister erklärte in ansehnlicher Weise die verschiedenen Maschinen und zeigte dann die Herstellung eines Hufeisens. Die Kakushöhle bot, trotzdem sie ja allen Kindern gut bekannt ist, doch noch mancherlei Neues und Sehenswertes. Voller erstaunen und mit großer Ehrfurcht betrachteten wir dann die Kirche und den Kirchhof in Weyer. Gehörte doch früher Lorbach zur Pfarrei Weyer und mögen doch manche Ahnen der Kinder auf dem Gottesacker in Weyer ihre letzte Ruhe gefunden haben. In der Vollemer Mühle sahen wir dann den Weg von Korn und Weizen zum Mehl.

Am 14. Juli morgens um …….Text nicht lesbar…………..der Kinder  in dem langersehnten großen Ausflug. Da auch die Kinder von Bergheim am Ausflug teilnahmen, benötigten wir zwei große Omnibusse. Die Fahrt zeigte den Kindern das in der Schule eingehend (durchgesprochene Gebiet ?) der Eifel und ein Stück des Moseltales. Über Blankenheim, Daun, den Maaren und Manderscheid brachten uns die Omnibusse an die Mosel. Im Moseltal wurde besonders eingehend die schöne Stadt Cochem besichtigt. Am Nürburgring vorbei ging es dann abends wieder nach Hause.

Das Martinsfest wurde am Abend des 12. November gefeiert. Nach dem Fackelzug, den der Hl. Martin hoch zu Roß anführte, ging es in den Saal Dahmen. Die Kinder sangen Lieder und führten verschieden Reigenspiele auf.

Ein Weihnachtsspiel erfreute und erbaute am 24. Dez. Kinder und Eltern. Reicher Beifall dankte am Ende der Feier den Kindern für ihre Mühe und Arbeit  

Durch die Grippeepidemie mußte die Schule am 29. Januar geschlossen werden. Der Unterricht wurde am 2. Feb. wieder aufgenommen.

Eine Wanderausstellung „Unser Wald unser Schicksal“, die in einem Eisenbahnwagen untergebracht war, wurde am 6. März besucht. Sie war vor allem für die land- und forstwirtschaftlich interessierten Schüler sehr lehrreich. Die Eisenbahnwagen standen auf dem Bahnhof in Kall.

Ein Erdbeben von ziemlicher Stärke erschreckte uns am 14.03.1951 gegen 10:30 Uhr stark. Die angerichteten Schäden -insbesondere Schornsteine sind umgestürzt-. Waren umfangreich. Der Herr Amtsdirektor gab bekannt, daß der durch Erdbeben entstandene Schaden im Amt Mechernich allein 1,6 Millionen DM betrage.

Am 17. März wurden nach einer eindrucksvollen Feier sechs Schüler aus der Volksschule entlassen.

Eine Omnibusfahrt nach Köln (Zoo und Dom) und Bonn (Bundeshaus und Münsterkirche) vereinigte zum letzten male Schüler der Abschlußklasse und Lehrer.

 

Das Schuljahr schloß am 21. März.

Bemerkung:

Bei der vorliegenden Lorbacher Schulchronik handelt es sich um eine Abschrift, die mit der Schreibmaschine geschrieben wurde. Ein paar wenige kopierte Blätter der Originalchronik sind beigefügt. Der Text wurde zum besseren Verständnis nur in wenigen Fällen vom Bearbeiter geändert. Der in Klammern gefasste Text wurde von dem Bearbeiter zugefügt.

Schuljahr 1949 / 50

zusammengestellt von Albert Velser, Vussem
 

„Das Schuljahr begann am 1. April 1949. Neu aufgenommen wurden fünf Kinder , und zwar drei Jungen und zwei Mädchen. Die Gesamtschülerzahl betrug zuerst 50 Kinder und stieg im Oktober durch Zuzug auf 52, davon 24 Mädchen.
Am 29. Mai wurde durch eine Wandertruppe ein Kasperle-Spiel. „Die verzauberte Schlange“ aufgeführt, das den Kindern viel Freude bereitete.
Der 1. Juni war für einen größeren Ausflug ausersehen. Gemeinsam mit der Schule in Bergheim ging es von Lorbach zuerst nach Bonn. Dort las unser hochw. Herr Pastor Kranz, der den ganzen Ausflug mitgemacht hatte eine hl. Messe. in der Münsterkirche. Danach konnten wir uns in Ruhe die Stadt ansehen, da unser Omnibus ja uns wartete. Weiter am Bundeshaus vorbei ging die Fahrt nach Mehlem. Hier verließen wir das Auto und zu Fuß (und mit dem Schiff über den Rhein-) kletterten wir auf den Drachenfels. Am frühen Nachmittag brachte uns der Omnibus dann zur Ahr. Die Stadt Altenahr und die vielen Weinberge wurden in Augenschein genommen. Am Abend sausten wir über Münstereifel, dessen alte Stadtmauer und Stadttore viel Bewunderung auslösten, der Heimat wieder zu.
Die Schulen Kallmuth, Bergheim und Lorbach haben am 13.07. in Kallmuth auf dem Sportplatz gemeinsam ein Sportfest veranstaltet.
Am selben Tage brachten wir unserem hochw. Herrn Pfarrer zu seinem Namenstage ein Ständchen dar.
Im September wurde in Kall eine Ausstellung „Grenzkreis baut auf“ veranstaltet. Wir besuchten am 20.09. diese Schau und haben viele schöne und interessante Sachen dort gesehen. Von dort ging es dann noch weiter zum Kloster Steinfeld, dessen berühmte Kirche mit dem Grabmal des sel. Hermann Josef uns eingehend von einem Pastor gezeigt und erklärt wurde.  
Am 13. November wurde wieder zu Ehren des hl. Martin ein Fackelzug durch den Ort gemacht und ein Martinsfeuer abgebrannt. Mit der Verteilung von Wecken und Lieder und Sprüchen wurde die Feier im Saal Dahmen abgeschlossen.
Mit dem 9 Schuljahr besuchte ich am 29.November den Film „Der Schimmelreiter“ in Mechernich. So sahen die Kinder, die gerade diese Novelle von Storm am Lesen waren, das Geschehen auch im Bild.
Das Schuljahr schloß am 31. März 1950. In einer Feierstunde wurden die Schüler des 9. Jahrgangs aus der Schule entlasse

Bemerkung:

Bei der vorliegenden Lorbacher Schulchronik handelt es sich um eine Abschrift, die mit der Schreibmaschine geschrieben wurde. Ein paar wenige kopierte Blätter der Originalchronik sind beigefügt. Der Text wurde zum besseren Verständnis nur in wenigen Fällen vom Bearbeiter geändert. Der in Klammern gefasste Text wurde von dem Bearbeiter zugefügt.

Schuljahr 1948 / 49

zusammengestellt von Albert Velser, Vussem

Nach der Beurlaubung des Herren Lehrer Theihsen hat bis Ende Dezember 1947 Herr Lehrer Soutschka aus Bergheim 3 mal in der Woche in Lorbach Schule gehalten. Im Januar 1948 wurde mit der Vertretung der Schule der apl. Lehrer Wassong aus Mechernich betraut. Ab 1. Februar 1948 wurde der apl. Lehrer Ernst Löhr mit der Verwaltung der Schulstelle in Lorbach beauftragt.

Das Schuljahr begann am 13.4.1948. Zwei Neulinge wurden aufgenommen. Die Schülerzahl betrug 46, davon 26 Knaben und 20 Mädchen. Ein Schüler macht freiwillig das neunte Schuljahr mit.

Kurz vor der Währungsreform im Juni1948 nahm die Gewerkschaft-Mechernicher-Werke ihren Betrieb zum Segen vieler Familien des Dorfes wieder auf. An Kleidung und Aussehen der nicht bäuerlichen Kinder sah man bald den Segen der Währungsumstellung. Die Schulspeisung konnte, da die Hungersnot der Jahre 1945 -1948 nachließ, eingestellt werden.

Der Schulrat Blom aus Roggendorf besuchte die Schule am 13. Juli 1948. Er war mit den Leistungen zufrieden.

In den Monaten Juni – Juli wurde von den Kindern der Mittel- und Oberstufe der Kartoffelkäfer gesucht. Sie vernichteten 9500 dieser Schädlinge……

Im Oktober wurden alle Kinder vom Herrn Kreisarzt untersucht. Bei einigen Schülern und Schülerinnen werden Krätze, Kropfanlage und Senkfuß festgestellt.

Zur Freude aller Kinder wurde am 11.11.48 der Martinszug durchgeführt. Die selbst gebastelten Fackeln zeigten viel Geschick und Geschmack. Nach dem Martinszug werden im Saal Dahmen die Wecken verteilt . Gleichzeitig wurde der 80. Geburtstag der ältesten Einwohnerin des Dorfes, der Wwe. Sibylla Kloster festlich begangen. Nikolaus , Ortsbürgermeister und Lehrer hielten kurze Ansprachen, die Kinder sangen einige Passende Lieder.

Das Schuljahr schloß am 31.3.49. Entlassen wurde nur der eine Schüler, der freiwillig das neunte Schuljahr besucht hat. Die Kinder des achten Jahrgangs müssen noch weiter (die Schule besuchen).

 

Bemerkung:

Bei der vorliegenden Lorbacher Schulchronik handelt es sich um eine Abschrift, die mit der Schreibmaschine geschrieben wurde. Ein paar wenige kopierte Blätter der Originalchronik sind beigefügt. Der Text wurde zum besseren Verständnis nur in wenigen Fällen vom Bearbeiter geändert. Der in Klammern gefasste Text wurde von dem Bearbeiter zugefügt.

Schuljahr 1947 / 48

zusammengestellt von Albert Velser, Vussem

Das Schuljahr begann am 25.04.1947. Die Schülerzahl ist 48, 26 Knaben u. 22 Mädchen, darunter 8 Neulinge.

Am 8 Juli spendete der Weihbischof von Aachen, Dr. Friedrich Hünermann in der Pfarrkirche zu Kallmuth das Sakrament der Firmung.

Nach den Herbstferien begann am 15. Oktober auch hier in Lorbach die Schulspeisung. Es nehmen daran 28 Schulkinder teil.

Die Sammlung von Heilkräutern erbrachte in diesem Jahr den Betrag von 80,-M.

Wegen einer Erkrankung wurde ich von November bis März beurlaubt und trat infolge meiner Leiden als Schwerkriegsbeschädigter des 1. Weltkrieges nach 29 jähriger Tätigkeit an der Schule in Lorbach zum 31. März 1948 in den Ruhestand. Von meinen Schülern studieren 8 mit besten Erfolge an den höheren Schulen in Köln, Münstereifel, Euskirchen und Düren.

Jos. Theihsen, Lehrer i. R.


Bemerkung:
Bei der vorliegenden Lorbacher Schulchronik handelt es sich um eine Abschrift, die mit der Schreibmaschine geschrieben wurde. Ein paar wenige kopierte Blätter der Originalchronik sind beigefügt. Der Text wurde zum besseren Verständnis nur in wenigen Fällen vom Bearbeiter geändert. Der in Klammern gefasste Text wurde von dem Bearbeiter zugefügt.

Schuljahr 1946 / 47

zusammengestellt von Albert Velser, Vussem

 

„Das Schuljahr begann am 24. April. Die Schülerzahl ist 45; 27 Knaben und 18 Mädchen, darunter sieben Neulinge
Vom 1. Februar bis Ende November war wegen Vertretung in Bergheim nur jeder 2. Tag Unterricht.
Im Oktober fand eine Wohnraumzählung statt. In Lorbach wurden 225 Wohnräume festgestellt. Bei der anschließenden Volkszählung wurden 240 Personen gezählt. Es waren 120 männlichen und 120 weiblichen Geschlechtes.
In den Monaten Mai bis September wurde wieder das Suchen des Kartoffelkäfers durchgeführt, für jeden Käfer und jede Larve wurde eine Prämie von 2 Pfg. gezahlt. Es wurde eine Vergütung von rund 30,-Mark ausgezahlt.
In üblicher Weise wurde am 11.11. der Martinszug durchgeführt, nach dem Abbrennen des Feuers wurden bei der Schulfeier 73 schöne Wecken an die Kinder verteilt.
Im März bestand der Primaner Walter Theisen in Münstereifel das Abitur mit gutem Erfolg, er ist der 3. Abiturient seit Bestehen der Schule in Lorbach

Bemerkung:

Bei der vorliegenden Lorbacher Schulchronik handelt es sich um eine Abschrift, die mit der Schreibmaschine geschrieben wurde. Ein paar wenige kopierte Blätter der Originalchronik sind beigefügt. Der Text wurde zum besseren Verständnis nur in wenigen Fällen vom Bearbeiter geändert. Der in Klammern gefasste Text wurde von dem Bearbeiter zugefügt.


Schuljahr 1944 / 45

zusammengestellt von Albert Velser, Vussem

„Das Schuljahr begann am 18.08. Die Schülerzahl war 50 Kinder; 29 Knaben und 21 Mädchen, darunter 6 Neulingen.
Am 5. September wurden alle Schulen geschlossen und die Lehrer zum Schanzen eingesetzt.
Von Oktober bis Februar war das Schulzimmer von deutschen Truppen belegt.
In der Nacht vom 5. zum 6 März 45 lag schweres Artilleriefeuer auf der Nähe von Lorbach. Einige Treffer gingen in das Dorf und beschädigten besonders die Wirtschaft Dahmen. Viele Häuser erlitten Schaden, Menschenleben waren nicht zu beklagen.
Am 6. März durchzog eine amerikanische Abteilung mit schweren Panzern das Dorf Lorbach und rückten weiter in das Feytal.

Montag, 12. November begann mit einer würdigen Feier wieder der Unterricht. Lieder und Gedichte wechselten mit Ansprachen des Amtsbürgermeisters, des Pfarrers und des Lehrers. Viele Eltern von Lorbach wohnten der Feier bei.

Bemerkung:

Bei der vorliegenden Lorbacher Schulchronik handelt es sich um eine Abschrift, die mit der Schreibmaschine geschrieben wurde. Ein paar wenige kopierte Blätter der Originalchronik sind beigefügt. Der Text wurde zum besseren Verständnis nur in wenigen Fällen vom Bearbeiter geändert. Der in Klammern gefasste Text wurde von dem Bearbeiter zugefügt.

Schuljahr 1943/ 44

zusammengestellt von Albert Velser, Vussem

Das neue Schuljahr begann am 30.07. die Schülerzahl ist 46, 28 Knaben und 18 Mädchen – darunter 8 Neulinge.
Eine erfreuliche Entwicklung hat die Schulsparkasse genommen. Im August wurden 506,-M bei der Leerung der Kasse gezählt; im März wurde ein Rekordergebnis mit 970,-M festgestellt. Für die Kriegsgräberfürsorge sammelte die Klasse 10, M.
Am 1- Sept. zu Anfang des 5. Kriegsjahres, waren 33 Lorbacher zum Heeresdienst eingezogen und 1 zum Arbeitsdienst. Von den Soldaten waren 5 zum Unteroffizier befördert worden und 3 mit dem E:K:II. ausgezeichnet.
Am 1. November 43 waren es 70 Jahre, daß in Lorbach Unterricht erteilt wurde. In diesen Jahren besuchten 418 Kinder die hiesige Schule. Von allen Schülern haben bis heute 2 die Reifeprüfung an einem Gymnasium abgelegt, nämlich Edmund Schumacher, heute Pfarrer in Höngen, b. Aachen und Otto Theißen, Fahnenjunker Uffz, in einem Offizierskursus in Pommern.
Die Schulspartätigkeit hat sich noch gesteigert, Ende März 44 wurden 1600, M. bei der Leerung der Kasse gezählt, ein Sparergebnis von 7 Monaten.
Im Anfang des Jahres 44 erkrankten mehrere Kinder an Diphtherie und kamen in das Krankenhaus-Mechernich. Alle Erkrankungen verliefen gutartig, nur der 15 jährige Lehrling Jos. Schnichels starb an der tückischen Krankheit.
Die Sammlung von Altmaterial ist noch von gutem Erfolg begleitet. Im 1. Jahresdrittel 44 wurden gesammelt 46 kg Knochen, 58 kg Lumpen, 4 kg Altpapier u. 27 kg Schrott, zusammen 125 kg mit 433 Punkten, auf jeden Schüler entfielen 9 Punkte.
Im Jahr 43 erhielt die Schule Lorbach für die Sammlung von Heilkräutern den Betrag von 45.-M. Für jedes Schulkind wurde 116 (?) auf sein Konto eingezahlt. Hauptsächlich waren Schafgarbe, Hagebutten und Brombeerenblätter gesammelt worden.
Am 29.03.44 wurde der Obergefreite Michael Dahmen bei den schweren Abwehrkämpfen um Kowel in getreuer Pflichterfüllung für Führer, Volk u. Vaterland schwer verwundet durch eine Fliegerbombe. 2 Tage später erlag er seinen Verletzungen. Am gleichen Tage wurde er in einem Kameradengrab zur letzten Ruhe beigesetzt. Sein Kompanieführer rühmte den Gefallenen als prächtigen Menschen u. vortrefflichen Kameraden, als einen hervorragenden Soldaten und zuverlässigen Pionier. Er hinterläßt seine Gattin und 2 Kinder. Von Beruf war er Kaufmann und in der Landwirtschaft tätig. Sein Bruder Josef Dahmen fiel am 8. Sept. 42 bei den Kämpfen im Kaukasus und liegt am Ferek begraben.
Der Panzergrenadier Anton Urbanus fiel am 1.6.44 beim Angriff auf die Höhe 116 nordwestlich von Jassy in Rumänien. Er wurde durch Granatsplitter tödlich getroffen und an derselben Stelle beerdigt. Sein Kompanieführer schrieb der trauernden Mutter: Die Kompanie verliert in ihm einen tapferen Soldaten und wird ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren und in ihm ein leuchtendes Vorbild sehen. In der Gewißheit, daß Ihr Sohn sein Leben für das Vaterland hingegeben hat, möge Ihnen in dem schweren Leid, das Sie betroffen hat, Kraft geben und Ihnen ein Trost sein. Der Gefallene war 19 Jahre alt, von Beruf Schlosser.

 

Bemerkung:

Bei der vorliegenden Lorbacher Schulchronik handelt es sich um eine Abschrift, die mit der Schreibmaschine geschrieben wurde. Ein paar wenige kopierte Blätter der Originalchronik sind beigefügt. Der Text wurde zum besseren Verständnis nur in wenigen Fällen vom Bearbeiter geändert. Der in Klammern gefasste Text wurde von dem Bearbeiter zugefügt.

Schuljahr 1942/ 43

zusammengestellt von Albert Velser, Vussem

Das neue Schuljahr begann am 28.07.1942. Die Schülerzahl ist 47. 29 Knaben 18 Mädchen, darunter sind 9 Neulinge.
Auf dem Bergwerk verunglückte tödlich am 5. August der Bergmann Hubert Müller im Alter von 31 Jahren. Er war mit Barbara Wilsberg aus Lorbach verheiratet. Er wurde aus der russischen Front reklamiert und 3 Wochen später traf ihn der Tod durch herabstürzende Gesteinsmassen.
Am 10 Sept. fanden in Lorbach die Herbstkämpfe statt. Es beteiligten sich daran die Schulen Lorbach, Bergheim, Vussem, Harzheim und Breitenbenden. Von den Lorbachern Schulkindern errangen 3 die goldene 3 die silberne Siegesnadel.
Nießen Anton errang 192 Punkte
Pützer Kath. 195 Punkte
Naßheuer Kath. 230 Punkte

In den Morgenstunden des 8. Sept. 42 fiel am Ferekin Asien der Panzerobergrenadier Josef Dahmen in vorderster Linie liegend bei einem feindlichen Fliegerangriff durch Bombenvolltreffer. Die Kompanie bereitete ihm am Ferek ein würdiges Grabmal. Sein Kompanieführer schrieb der Mutter, daß er stets ein Pflichtgetreuer, tapferer Soldat und ein guter, hilfsbereiter Kamerad gewesen sei. Joseph Dahmen war 32 Jahre alt und von Beruf Schlosser. Seine Mutter, die Ww. Dahmen hat noch 2 Söhne bei den Soldaten, einer in Rußland und einer im Westen.

Am 4. Oktober wurde in Mechernich in würdiger Weise das Erntedankfest gefeiert. Im Mittelpunkt der Feier stand die Ehrung von besonders verdienten Landfrauen. 2 von ihnen erhielten neben einer Ehrenurkunde ein Geldgeschenk. Als einzige Landfrau aus der Bürgermeisterei Mechernich erhielt Frl. Elisabeth Stolz aus Lorbach die Kriegsverdienstmedaille verliehen. Gemeinsam mit ihrem Bruder bewirtschaftet sie einen Betrieb von 70 Morgen. Seit Kriegsausbruch ist ihr Bruder Wilhelm eingezogen und sie verrichtet mit einem Kriegsgefangenen Polen allein mit bestem Erfolge die landwirtschaftlichen Arbeiten. Ihren Betrieb hat sie zu einem Musterbetrieb ausgebaut. Der Ortsgruppenleiter Baltz – Mechernich überreichte Frl. Stolz mit den herzlichen Glückwünschen der Partei die verdiente Auszeichnung. Frl. Stolz entstammt einer kindereichen Bergmannsfamilie, sie ist im Kreis ihrer 13 Geschwister aufgewachsen.

Bei den schweren Abwehrkämpfen im großen Donbogen starb am 9.1.43 der Grenadier Klemens Lorse den Heldentot. Er erhielt einen Brustschuß, der seinen sofortigen Tod herbeiführte. Zusammen mit 4 anderen Gefallenen der Kompanie liegt er schlicht und soldatenwürdig in der Nähe der Stadt Morosowskaja begraben. Sein Kompanieführer schrieb an die Witwe: Wir verloren mit unserem Kameraden Lorse einen braven, stets hilfsbreiten, vorbildlichen Soldaten, der innerhalb der Kompanie ebenso beliebt war, wie ihn seine Vorgesetzten wegen seiner selbstverständlichen Pflichterfüllung hoch schätzten.

Clemens Lorse war 34 Jahre alt, er war von Beruf Anstreicher, er war verheiratet und Vater von 3 Kindern. Immer war er ein ruhiger bescheidener Mensch und fleißiger Arbeiter.

Bemerkung:

Bei der vorliegenden Lorbacher Schulchronik handelt es sich um eine Abschrift, die mit der Schreibmaschine geschrieben wurde. Ein paar wenige kopierte Blätter der Originalchronik sind beigefügt. Der Text wurde zum besseren Verständnis nur in wenigen Fällen vom Bearbeiter geändert. Der in Klammern gefasste Text wurde von dem Bearbeiter zugefügt.

Schuljahr 1941/ 42

zusammengestellt von Albert Velser, Vussem

 

„Am 18. August 41 begann das neue Schuljahr. Die Schülerzahl ist 47 – 27 Knaben und 20 Mädchen.
Der 1. Gefallene in diesem Kriege aus Lorbach war der Oberkanonier Matthias Reitz. Er wurde am 23. August durch Granatsplitter an Kopf Hals u. Oberarm schwer verletzt.. Der Chefarzt des Lazarettes hoffte, ihn am Leben erhalten zu können. Aber in den Mittagsstunden des 26.8. trat der Tod ein. M. Reitz wurde auf dem Friedhof Welisek neben seinen Kameraden bestattet. Er war 30 Jahre alt und kinderlos verheiratet. Er ist der 2. Soldat aus der Pfarrei Callmuth, der den Heldentod starb.
Der 2. Gefallene aus Lorbach ist der im 8. Jahre aktiv diente. Während des passiven Widerstandes wohnte sein Vater als ausgewiesener Eisenbahner mehrere Jahre in Lorbach, später zog er mit seiner Familie wieder nach Mechernich zurück.
Die Heilkräutersammlung hatte wieder einen guten Erfolg. Über  2 ½ Zentner an Hagebutten, Schafsgarbe u. Brombeerblätter wurden bei der Sammelstelle abgegeben.
Beim Schulsparen steigt andauernd die Höhe der Einlagen. Am 3. Dez. brachte die Schulsparkasse den Betrag von 426 M. Die Spinnstoffsammlung erbrachte im kleinen Ort Lorbach über 4 Zentner Material.
Bis Ende 41 wurden 20 Lorbacher zum Kriegsdienst eingezogen. Matthias Reitz starb den Heldentod. Der Soldat Jos. Kloster wurde aus dem Heeresdienst entlassen. Der Berufssoldat Feldwebel Ant. Hufschmidt wurde bei den Kämpfen in Rußland zum 2x schwer verwundet durch einen Armschuß, der den linken Armknochen zerplitterte und lähmte. Er ist  seit 4 Monaten in Lazarettbehandlung.
Der Soldat Peter Haas wurde mit einer Verwundung und erfrorenen Füßen in ein Lazarett in Stettin eingeliefert, er wurde am 9. Januar an der russischen Front verwundet, durch einen Oberschenkelschuß.
Im Januar 42 setzte ein große Kältewelle ein, das Thermometer fiel unter 20 °. Gewaltige Schneemassen türmten sich auf, alle Wege waren unpassierbar. Viele Wochen mußte täglich Schnee geschaufelt werden, damit Post- u. Zeitungsbote nicht stecken blieben. Für die Kinder aus Urholz war es unmöglich, den Schulweg durch meterhohe Schneemassen zurückzulegen. Bei vielen Haushaltungen im Dorfe war die Wasserleitung zugefroren. Der Kirchweg nach Kallmuth war mit hohen Schneeverwehungen bedeckt, die Kirchengänger suchten sich mühselig einen Pfad durch die verschneiten Felder. Das Milchauto konnte wochenlang nicht nach Lorbach kommen. Der Arzt von Mechernich kam zu Fuß um die Schwerkranken zu besuchen. Die Wildkaninchen kamen in Scharen in die Hausgärten, um die Rinde der Obstbäume und Zweige abzunagen. Die Bäume trugen schwere Schäden davon. Mehrmals wurde in den Zeitungen berichtet, daß in Deutschland ein solcher strenger Winter seit 150 Jahren nicht mehr beobachtet worden ist.
Im März wurden 26 neue Bänke, eine Schultafel und ein Schrank von der Fa. Pauls in Mechernich geliefert. Die Kosten beliefen sich auf 1050 M. Die Versteigerung der alten Schulbänke u. Tafel erbrachte rund 60 M.
Am 29. März fand auf dem Pflugberg ein Wettbewerb von Modellflugzeugen statt. 5 größere Orte beteiligten sich daran, Münstereifel, Mechernich, Liblar, Lechenich und Euskirchen. Infolge des starken Windes zerbrachen viele Modelle beim Fluge. Es wurden schöne Preise verteilt z.B. eine Hobelbank, eine Funkeinrichtung als Gruppenpreis und eine Anzahl von Bilder und Bücher als Einzelpreise.
Bei den Jugendwettkämpfen, die in diesem Jahr in Bergheim ausgetragen wurden, errangen 5 Lorbacher Schulkinder die Siegernadel, 3 Knaben u. 2 Mädchen.
Die Soldaten Peter Haas und Peter Stoltz wurden von der Gewerkschaft Mechernicher-Werke vom Heeresdienst reklamiert und nahmen ihre Arbeit auf dem Bergwerk wieder auf.

Bemerkung:

Bei der vorliegenden Lorbacher Schulchronik handelt es sich um eine Abschrift, die mit der Schreibmaschine geschrieben wurde. Ein paar wenige kopierte Blätter der Originalchronik sind beigefügt. Der Text wurde zum besseren Verständnis nur in wenigen Fällen vom Bearbeiter geändert. Der in Klammern gefasste Text wurde von dem Bearbeiter zugefügt.

Schuljahr 1940 / 41

zusammengestellt von Albert Velser, Vussem

„Schon am 28.März begann das neue Schuljahr. Die Schülerzahl ist 47, darunter 4 Neulinge. Ein gutes Ergebnis brachte die Metallspende. Als Geburtstagsgeschenk des Führer wurden von der Jugend gesammelt 195 Pfund an Blei, Kupfer und Mes-sing. Seit Mitte März liegt in Lorbach eine Flakabteilung im Quartier. Es sind me¬istens Süd¬deutsche, aktive Truppen. Am 9. Mai rückten diese Soldaten ab.
Im Monat Juli begann die Schule mit dem Sammeln von Heilkräutern. Es wurden Brennesselblätter und besonders Blätter von Waldhimbeeren gesammelt. Jeden Dienstag findet das Suchen des Kartoffelkäfers durch die Schulkinder statt. Sonntags mußte die F.W. (Feuerwehr ?) Kartoffelkäfer suchen dafür fiel die Übung aus. Seit Anfang Juni finden in Lorbach regelmäßig Nachtwachen statt, um die Bevölke¬rung bei Fliegeralarm rechtzeitig zu warnen. Jede Nacht machen 2 Wächter die Runde von Mitternacht bis Morgens um 4 Uhr.
Mitte August hielt der Kriegsfreiwillige Otto Theisen in der Schule einen interessanten Vortrag über seine Erlebnisse beim Vormarsch durch Holland, Belgien und Frank-reich, besonders beim Sturmangriff auf Dünkirchen. Die Heilkräutersammlung schloß mit einem guten Ergebnis ab. Es wurden über 2 Zentner an Himbeerblätter, Schafgarbe und Hagebutten gesammelt.
Im Oktober fand eine Sammlung von gebrauchten Flaschen statt. Es wurden 3 – 400 Flaschen zur Ablieferung bereitgestellt.
Im Mai – Juni wurden einige Verbesserungen in der Lehrerwohnung durchgeführt. Auf dem Speicher wurde ein Badezimmer mit W.C. eingebaut, auf dem Hofe wurden eine Waschküche und ein großes Spritzenhaus für die Feuerwehr fertiggestellt. Der Erbauer war der Mau¬rermeister Dederichs aus Breitenbenden.
Am 1. November wurde auf Anordnung des Kreisarztes die Schule geschlossen, weil von 45 Schulkindern 15 an Masern erkrankt waren, darunter 2 Kinder des Lehrers. Der Unterricht wurde wieder aufgenommen am 22. November.
In Lorbach haben einige Einwohner ein recht hohes Lebensalter erreicht. Der Senior ist der alte Kapellenküster Stephan Stolz mit 86 Jahren. Seine Schwester, die Witwe Schnichels zählt 83 Jahre. Fast im gleichen Alter steht die Witwe Schumacher A. Der Invalide H. J. Schumacher starb im 82. Lebenjahr, dessen Bruder Michael Schumacher erreichte ein Alter von 91 Jahren. Bis in seinen letzten Lebenstagen war er unermüdlich tätig in Hof und Feld. (Die Schumachers waren 3 Brüder und stammten aus Benenberg. Zwei von ihnen heirateten in Lorbacher Familien ein).
Von den Lorbacher Kriegsteilnehmern wurden zum Unteroffizier befördert der Be-rufssoldat Anton Hufschmidt und Heinr. Haas. Durch einen Brustschuß verwundet wurde A. Hufschmidt, er wurde aber nach kurzer Lazarettbehandlung wiederherge-stellt. Ferner wurde Matthias Hufschmidt zum Utf. befördert.
Zu Gefreiten wurden befördert – Dahmen Benedikt. und Dahmen Jak. ferner die Ge-brüder Joh. Und Peter Görgen.
Am 4. Februar 41 wurde auf Anordnung des Kreisarztes die Schule geschlossen, weil von 45 Schulkindern 18 an Grippe erkrankt waren. Der Unterricht begann wieder am 12. Februar.
Am 2. März veranstaltete das Jungvolk in Lorbach einen Elternabend. Der Saal war mit Tannengrün u. dem Bilde Hitlers festlich ge¬schmückt. Der Fähnleinführer Könn hielt eine kurze Ansprache. Dann folgten Lieder, Gedichte und Vorträge. Ferner ka-men mehrere Theaterstücke zur Aufführung. Eine Sammlung für das W.H.W brachte einen schönen Ertrag. Mit einem Gruß an den Führer und den Na¬tionalliedern endete dieser wohlgelungene Elternabend. Für die Kasse des Jungvolkes erbrachte er einen Reinertrag von 20 M.
Im März wurden die Arbeiten an der Waschküche, dem Badezimmer und dem Sprit-zenhaus endlich zum Abschluß gebracht. Die Gesamt¬kosten betrugen 4100 M, dazu gab die Regierung einen Zuschuß von 2600 M.
Bei den Jugendwettkämpfen, die in diesem Jahre in Vussem ausgetragen wurden, erhielten 5 Kinder die Siegernadel, 3 Knaben und 2 Mädchen. In der Nacht zum 23. Juni fiel bei einem Fliegerangriff eine Bombe in der Nähe von der Wirtschaft Breuer im Felde ein. Sie hatte eine Höhe von 65 cm und im gefüllten Zustand ein Gewicht von ca. 30 pfund. Sie richtete keinen Schaden an. Im Monat Juli fielen einige hundert Brandplättchen zur Erde, die ebenfalls ohne Wirkung blieben.
Im Jahr 1941 war eine große Sterblichkeit in Lorbach. Es starben Ww. Schnichels 83 Jahre, Ww. Schumacher 83 Jahre, Frau Stolz 73 Jahre, der alte Küster Stephan Stolz 86 Jahre. Er war der älteste Mann im Dorfe. Ferner starben noch 2 Kinder im Alter von 1 Monat u. 1 Tage. Der Küster Stolz hatte ein sehr schönes Begräbnis. 20 Jahre lang hatte er das Amt eines Küsters unentgeldlich ausgeführt und für die Dorfkapelle und ihre würdige Ausstattung keine Mühen und Wege gescheut. St. Stolz war von Beruf Schuster und war noch mehrere Jahrzehnte von Haus zu Haus gewandert um zu arbeiten.

Bemerkung:

Bei der vorliegenden Lorbacher Schulchronik handelt es sich um eine Abschrift, die mit der Schreibmaschine geschrieben wurde. Ein paar wenige kopierte Blätter der Originalchronik sind beigefügt. Der Text wurde zum besseren Verständnis nur in wenigen Fällen vom Bearbeiter geändert. Der in Klammern gefasste Text wurde von dem Bearbeiter zugefügt.

Schuljahr 1938 / 39

zusammengestellt von Albert Velser, Vussem

„Das neue Schuljahr begann am 20.04. mit dem Geburtstag des Führers. Aus diesem Anlaß fand eine Feier statt. Die Schülerzahl ist 49, 30 Knaben und 19 Mädchen, darunter 10 Neulinge.
Am 5. Juli unternahmen die beiden Schulen Lorbach u. Bergheim eine Sommerfahrt zu Rhein und Ahr, über 50 Kinder beteiligten sich an dem Autoausflug. Zunächst besichtigten wir in Großbüllesheim die große Seidenraupenzucht des Kollegen Breuer. In Bonn sahen wir die schönen Rheinanlagen und Rheinbrücken. Von Mehlem fuhren wir mit Fähre über den Vater Rhein und besichtigten bei herrlichem Sonnen-schein den Drachenfels. Von der Spitze bot sich ein wunderbarer Fernblick. In Re-magen besichtigten wir die prächtige Apollinariskirche. Nun ging es in schneller Fahrt zur Ahr. In Neuenahr besuchten wir die prachtvollen Rosenanlagen, die gepflegten Straßen und das Kurhaus. In Altenahr erstiegen wir einen Weinberg. In später Abendstunde brachte uns der Omnibus über Münstereifel nach Hause. Die Kinder hatten eine Fülle von neuen Anregungen geschaut“.

Bemerkung:
Bei der vorliegenden Lorbacher Schulchronik handelt es sich um eine Abschrift, die mit der Schreibmaschine geschrieben wurde. Ein paar wenige kopierte Blätter der Originalchronik sind beigefügt. Der Text wurde zum besseren Verständnis nur in wenigen Fällen vom Bearbeiter geändert. Der in Klammern gefasste Text wurde von dem Bearbeiter zugefügt.

Schuljahr 1937 / 38

zusammengestellt von Albert Velser, Vussem

 

„Beginn des neuen Schuljahres war am 13. April. Die Schülerzahl ist 51, 30 Knaben und 21 Mädchen, darunter 4 Neulinge.
Am 29. April besuchte Hitler die Burg-Vogelsang. An diesem Tage war Schulfrei, alle Kinder konnten in Mechernich den Führer deutlich sehen.
Am 30. April wurde in der hiesigen Schule zum ersten mal ein schöner Tonfilm vor­geführt. Er hieß: „Wäsche, Waschen, Wohlergehen“ und erzählte von dem Nutzen des Persils.
Am 1.Juli war ein großer Ausflug mit einem Omnibus nach Cöln. Von den beiden Schulen Lorbach und Bergheim beteiligten sich über 50 Schulkinder daran. In Cöln wurde der Dom eingehend besichtigt, der Zoologische Garten fand besonderes Inte­resse mit dem prächtigen Tiermaterial. Zweimal überfuhren wir den Rhein und sahen großen Dampferbetrieb. Auf dem Rückwege wurde das alte Kurfürstenschloss in Brühl mit den wundervollen Gartenanlagen besichtigt.
Am 3. August erteilte Weihbischof Dr. Sträter in der Pfarrkirche zu Callmuth über 150 Kindern die hl. Firmung. Firmpaten wurden Lehrer Schoutschka aus Bergheim und Frau Theisen aus Lorbach.
Am 14. und 15. September war in Lorbach große Einquartierung. Im Schulzimmer schliefen 50 Soldaten, in allen Häuser war Notquartier für Truppen und Pferde. Am 15. gegen 10 Uhr Morgens ertönte das Schlußsignal des Manövers. Der ganze Wald in Lichtert war mit kämpfenden Truppen, M.G. Geschützen besetzt. Die Schuljugend und die ganze Bevölkerung verfolgte mit großem Interesse die Kampfhandlungen und die am Mittag in ihre Garnison abziehenden Truppen.’
Das Erntedankfest für Lorbach und Bergheim fand diesmal in Bergheim statt. In übli­cher Weise wurde der Tag festlich begangen. Zum Schluß wurden 150 Wecken an alle Kinder unter 14 Jahre verteilt.
Die 6. Martinsfeuer wurde in üblicher Weise abgehalten, über 100 große Wecken kamen zur Verteilung.
Im Januar brach in Lorbach die Maul- und Klauenseuche aus. Alle Tiere erhielten eine Schutzimpfung. Da die Seuche auf ein Gehöft beschränkt blieb, wurde die Sperre nach einigen Wochen wieder aufgehoben.
Am 10. April fand die Wahl für Großdeutschland-Österreich statt- es stimmten in Lorbach 116 mit ja, 1 mit nein“.

Bemerkung:

Bei der vorliegenden Lorbacher Schulchronik handelt es sich um eine Abschrift, die mit der Schreibmaschine geschrieben wurde. Ein paar wenige kopierte Blätter der Originalchronik sind beigefügt. Der Text wurde zum besseren Verständnis nur in wenigen Fällen vom Bearbeiter geändert. Der in Klammern gefasste Text wurde von dem Bearbeiter zugefügt.


Copyright © 2014. All Rights Reserved.