Schuljahr 1936 / 37

zusammengestellt von Albert Velser, Vussem

 

„Beginn des neuen Schuljahres war am 15. April. Die Schülerzahl ist 51, 27 Knaben und 24 Mädchen, darunter 3 Neulinge.
Am 1. Mai, dem Feiertag der Arbeit, hörten die Schüler gemeinsam die Feierstunde aus Berlin. Des Nachmittags fanden auf einer Waldwiese große Belustigungen für die Kinder statt – Sacklaufen, Klettern auf eine hohe Stange, die viele Leckereien trug.
Bei den Jugendwettkämpfen errangen 2 Knaben u. 5 Mädchen die Punktzahl im Laufen, Springen und Werfen und damit das Siegerabzeichen.
In den Monaten Juli und August fanden mehrmals Suchen statt auf den Kartoffelfel­dern, um festzustellen, ob der schädliche Kartoffelkäfer sich hier schon gezeigt hatte.
Am 4. Oktober wurde in Lorbach das Erntedankfest in würdiger Weise gefeiert. Mit Bergheim zusammen wurde mit festlich geschmückten Erntewagen zuerst ein Um­zug durch den Ort veranstaltet. Auf dem Schulhof fand die eigentliche Feier statt. Darbietungen der Musikkapelle, Gedichte und Sprechchöre wechselten in bunter Folge ab. Nach der Rede des Lehrers wurden die Schulkinder mit 15 riesigen Weißbroten und 40 Liter Kakao gespeist. Ein ausgedehnter Ernteball beschloß den Festtag.
Am 15. Oktober wurde unser Mitbürger Michael Schumacher (Vorfahr derSchu­macher von der Siedlung, der Schumacher in Bergheim und Vater des Geistlichen Edmund Schumacher) 90 Jahre alt. Er wurde geehrt durch einen schönen Fackelzug, Gedichte, Musikdarbietungen und Ansprachen des Lehrers und Gemeindevorste­hers.
Am 11. November wurde zum 5 mal die Martinsfeier begangen. Es wurden wieder rund 100 große Wecken verteilt.
Wegen Erkrankung mehrerer Kinder an Scharlach wurde die Schule am 17. Dezember geschlossen. Nach erlöschen der Krankheit begann der Unterricht wieder am 1. Februar.
Im März besuchte der Schularzt Dr. Schwartmann die Schule zur eingehenden Un­tersuchung aller Schulkinder. Es wurden keine schweren Krankheitsfälle festgestellt, das Allgemeinbefinden der Kinder war gut“.

Bemerkung:

Bei der vorliegenden Lorbacher Schulchronik handelt es sich um eine Abschrift, die mit der Schreibmaschine geschrieben wurde. Ein paar wenige kopierte Blätter der Originalchronik sind beigefügt. Der Text wurde zum besseren Verständnis nur in wenigen Fällen vom Bearbeiter geändert. Der in Klammern gefasste Text wurde von dem Bearbeiter zugefügt.

 

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