Lorbach in der Eifel

Blick in die Eifellandschaft

Schuljahr 1937 / 38

zusammengestellt von Albert Velser, Vussem

 

„Beginn des neuen Schuljahres war am 13. April. Die Schülerzahl ist 51, 30 Knaben und 21 Mädchen, darunter 4 Neulinge.
Am 29. April besuchte Hitler die Burg-Vogelsang. An diesem Tage war Schulfrei, alle Kinder konnten in Mechernich den Führer deutlich sehen.
Am 30. April wurde in der hiesigen Schule zum ersten mal ein schöner Tonfilm vor­geführt. Er hieß: „Wäsche, Waschen, Wohlergehen“ und erzählte von dem Nutzen des Persils.
Am 1.Juli war ein großer Ausflug mit einem Omnibus nach Cöln. Von den beiden Schulen Lorbach und Bergheim beteiligten sich über 50 Schulkinder daran. In Cöln wurde der Dom eingehend besichtigt, der Zoologische Garten fand besonderes Inte­resse mit dem prächtigen Tiermaterial. Zweimal überfuhren wir den Rhein und sahen großen Dampferbetrieb. Auf dem Rückwege wurde das alte Kurfürstenschloss in Brühl mit den wundervollen Gartenanlagen besichtigt.
Am 3. August erteilte Weihbischof Dr. Sträter in der Pfarrkirche zu Callmuth über 150 Kindern die hl. Firmung. Firmpaten wurden Lehrer Schoutschka aus Bergheim und Frau Theisen aus Lorbach.
Am 14. und 15. September war in Lorbach große Einquartierung. Im Schulzimmer schliefen 50 Soldaten, in allen Häuser war Notquartier für Truppen und Pferde. Am 15. gegen 10 Uhr Morgens ertönte das Schlußsignal des Manövers. Der ganze Wald in Lichtert war mit kämpfenden Truppen, M.G. Geschützen besetzt. Die Schuljugend und die ganze Bevölkerung verfolgte mit großem Interesse die Kampfhandlungen und die am Mittag in ihre Garnison abziehenden Truppen.’
Das Erntedankfest für Lorbach und Bergheim fand diesmal in Bergheim statt. In übli­cher Weise wurde der Tag festlich begangen. Zum Schluß wurden 150 Wecken an alle Kinder unter 14 Jahre verteilt.
Die 6. Martinsfeuer wurde in üblicher Weise abgehalten, über 100 große Wecken kamen zur Verteilung.
Im Januar brach in Lorbach die Maul- und Klauenseuche aus. Alle Tiere erhielten eine Schutzimpfung. Da die Seuche auf ein Gehöft beschränkt blieb, wurde die Sperre nach einigen Wochen wieder aufgehoben.
Am 10. April fand die Wahl für Großdeutschland-Österreich statt- es stimmten in Lorbach 116 mit ja, 1 mit nein“.

Bemerkung:

Bei der vorliegenden Lorbacher Schulchronik handelt es sich um eine Abschrift, die mit der Schreibmaschine geschrieben wurde. Ein paar wenige kopierte Blätter der Originalchronik sind beigefügt. Der Text wurde zum besseren Verständnis nur in wenigen Fällen vom Bearbeiter geändert. Der in Klammern gefasste Text wurde von dem Bearbeiter zugefügt.

Schuljahr 1936 / 37

zusammengestellt von Albert Velser, Vussem

 

„Beginn des neuen Schuljahres war am 15. April. Die Schülerzahl ist 51, 27 Knaben und 24 Mädchen, darunter 3 Neulinge.
Am 1. Mai, dem Feiertag der Arbeit, hörten die Schüler gemeinsam die Feierstunde aus Berlin. Des Nachmittags fanden auf einer Waldwiese große Belustigungen für die Kinder statt – Sacklaufen, Klettern auf eine hohe Stange, die viele Leckereien trug.
Bei den Jugendwettkämpfen errangen 2 Knaben u. 5 Mädchen die Punktzahl im Laufen, Springen und Werfen und damit das Siegerabzeichen.
In den Monaten Juli und August fanden mehrmals Suchen statt auf den Kartoffelfel­dern, um festzustellen, ob der schädliche Kartoffelkäfer sich hier schon gezeigt hatte.
Am 4. Oktober wurde in Lorbach das Erntedankfest in würdiger Weise gefeiert. Mit Bergheim zusammen wurde mit festlich geschmückten Erntewagen zuerst ein Um­zug durch den Ort veranstaltet. Auf dem Schulhof fand die eigentliche Feier statt. Darbietungen der Musikkapelle, Gedichte und Sprechchöre wechselten in bunter Folge ab. Nach der Rede des Lehrers wurden die Schulkinder mit 15 riesigen Weißbroten und 40 Liter Kakao gespeist. Ein ausgedehnter Ernteball beschloß den Festtag.
Am 15. Oktober wurde unser Mitbürger Michael Schumacher (Vorfahr derSchu­macher von der Siedlung, der Schumacher in Bergheim und Vater des Geistlichen Edmund Schumacher) 90 Jahre alt. Er wurde geehrt durch einen schönen Fackelzug, Gedichte, Musikdarbietungen und Ansprachen des Lehrers und Gemeindevorste­hers.
Am 11. November wurde zum 5 mal die Martinsfeier begangen. Es wurden wieder rund 100 große Wecken verteilt.
Wegen Erkrankung mehrerer Kinder an Scharlach wurde die Schule am 17. Dezember geschlossen. Nach erlöschen der Krankheit begann der Unterricht wieder am 1. Februar.
Im März besuchte der Schularzt Dr. Schwartmann die Schule zur eingehenden Un­tersuchung aller Schulkinder. Es wurden keine schweren Krankheitsfälle festgestellt, das Allgemeinbefinden der Kinder war gut“.

Bemerkung:

Bei der vorliegenden Lorbacher Schulchronik handelt es sich um eine Abschrift, die mit der Schreibmaschine geschrieben wurde. Ein paar wenige kopierte Blätter der Originalchronik sind beigefügt. Der Text wurde zum besseren Verständnis nur in wenigen Fällen vom Bearbeiter geändert. Der in Klammern gefasste Text wurde von dem Bearbeiter zugefügt.

 

Copyright © 2018. All Rights Reserved.