Schuljahr 1950 / 51

zusammengestellt von Albert Velser, Vussem

„Das Schuljahr begann am 18. April 1950. Vier Kinder, drei Mädchen und ein Junge, wurden eingeschult. Die Schülerzahl betrug 48 und verringerte sich dann durch Wegzug verschiedener Familien auf 42.

Der 1. Mai 1950 war für Lorbach ein doppelter Festtag: Die Eheleute Peter Haas feierten ihre Goldene Hochzeit und eine Ehrengrotte für die Gefallenen der beiden letzten Weltkriege wurde eingeweiht. An beiden Feierlichkeiten beteiligten sich die Schulkinder mit Lieder und Gedichten.

Bei einer Halbtagswanderung in die nähere Umgebung am 4. Mai wurde in Eiserfey die alte Dorfschmiede besucht. Der Meister erklärte in ansehnlicher Weise die verschiedenen Maschinen und zeigte dann die Herstellung eines Hufeisens. Die Kakushöhle bot, trotzdem sie ja allen Kindern gut bekannt ist, doch noch mancherlei Neues und Sehenswertes. Voller erstaunen und mit großer Ehrfurcht betrachteten wir dann die Kirche und den Kirchhof in Weyer. Gehörte doch früher Lorbach zur Pfarrei Weyer und mögen doch manche Ahnen der Kinder auf dem Gottesacker in Weyer ihre letzte Ruhe gefunden haben. In der Vollemer Mühle sahen wir dann den Weg von Korn und Weizen zum Mehl.

Am 14. Juli morgens um …….Text nicht lesbar…………..der Kinder  in dem langersehnten großen Ausflug. Da auch die Kinder von Bergheim am Ausflug teilnahmen, benötigten wir zwei große Omnibusse. Die Fahrt zeigte den Kindern das in der Schule eingehend (durchgesprochene Gebiet ?) der Eifel und ein Stück des Moseltales. Über Blankenheim, Daun, den Maaren und Manderscheid brachten uns die Omnibusse an die Mosel. Im Moseltal wurde besonders eingehend die schöne Stadt Cochem besichtigt. Am Nürburgring vorbei ging es dann abends wieder nach Hause.

Das Martinsfest wurde am Abend des 12. November gefeiert. Nach dem Fackelzug, den der Hl. Martin hoch zu Roß anführte, ging es in den Saal Dahmen. Die Kinder sangen Lieder und führten verschieden Reigenspiele auf.

Ein Weihnachtsspiel erfreute und erbaute am 24. Dez. Kinder und Eltern. Reicher Beifall dankte am Ende der Feier den Kindern für ihre Mühe und Arbeit  

Durch die Grippeepidemie mußte die Schule am 29. Januar geschlossen werden. Der Unterricht wurde am 2. Feb. wieder aufgenommen.

Eine Wanderausstellung „Unser Wald unser Schicksal“, die in einem Eisenbahnwagen untergebracht war, wurde am 6. März besucht. Sie war vor allem für die land- und forstwirtschaftlich interessierten Schüler sehr lehrreich. Die Eisenbahnwagen standen auf dem Bahnhof in Kall.

Ein Erdbeben von ziemlicher Stärke erschreckte uns am 14.03.1951 gegen 10:30 Uhr stark. Die angerichteten Schäden -insbesondere Schornsteine sind umgestürzt-. Waren umfangreich. Der Herr Amtsdirektor gab bekannt, daß der durch Erdbeben entstandene Schaden im Amt Mechernich allein 1,6 Millionen DM betrage.

Am 17. März wurden nach einer eindrucksvollen Feier sechs Schüler aus der Volksschule entlassen.

Eine Omnibusfahrt nach Köln (Zoo und Dom) und Bonn (Bundeshaus und Münsterkirche) vereinigte zum letzten male Schüler der Abschlußklasse und Lehrer.

 

Das Schuljahr schloß am 21. März.

Bemerkung:

Bei der vorliegenden Lorbacher Schulchronik handelt es sich um eine Abschrift, die mit der Schreibmaschine geschrieben wurde. Ein paar wenige kopierte Blätter der Originalchronik sind beigefügt. Der Text wurde zum besseren Verständnis nur in wenigen Fällen vom Bearbeiter geändert. Der in Klammern gefasste Text wurde von dem Bearbeiter zugefügt.

 

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