Schuljahr 1957/58

zusammengestellt von Albert Velser, Vussem

Am Donnerstag nach Ostern kamen 6 Kinder des Dorfes, 2 Jungen und 4 Mädchen erstmalig in Begleitung der Mutter zur Schule. Alle trugen – hier war es das erste Mal eine mit Süßigkeiten gefüllte Tüte. Die Aufnahmefeier halfen alle durch Gesang, Ge­dichte und Erzählungen sinnvoll zu gestalten. Die Schultage des hölzernen Beugele gefielen besonders gut. Nach zwei Stunden frohen Beisammenseins schloß der erste Schultag für die kleinen.
Im Schuljahr 57/58 besuchen 27 Kinder die Schule, 12 Jungen und 15 Mädchen.
Am 24. Mai fand, um die gleiche Zeit wie der Vorjahre, im Klassenraum der Schule, eine Elternversammlung statt. Alle Eltern nahmen daran teil. Auf der Tagesordnung standen 10 verschiedene Punkte, die gemeinsam besprochen wurden. Frau Elisa­beth Fünfzig und Herr Matthias Steffens wurden als Vertreter der Eltern in die Eltern­pflegschaft gewählt.
Eine tropische Hitzewelle lag in den ersten Tagen des Juli über ganz Mitteleuropa. Vor Schulbeginn zeigte das Thermometer von ?°C und darüber an. Die Heuernte wurde durch dieses günstige Wetter rasch beendet.
Unser diesjähriger Schulausflug war geschichtlich unterbaut und führte in die älteste Stadt Deutschlands, die römische Kaiserstadt Trier. Dort besichtigten wir zunächst das Grab des hl. Apostels Mattias, bestaunten die riesige Anlage der Kaiserthermen und überzeugten uns anschließend über die hohe Kulturstufe der Römer im neu er­öffneten Landesmuseum. Nachmittags bestiegen wir die Porta Nigra, sahen uns den Dom näher an und verließen Trier am späten Nachmittag über die Römerbrücke. Leider wurde der schöne Ausflug durch mehrere Straßenumleitungen auf dem Wege von und nach Trier ungünstig beeinflußt.
Die Bundesjugendspiele 1957 wurden am 3.9.57 in Breitenbenden durchgeführt. Sieben Jungs und sieben Mädchen unserer Schule nahmen daran teil. Die Mädchen zeichneten sich besonders aus. Vier von ihnen errangen eine Siegerurkunde, Uschi Bartsch sogar die Ehrenurkunde. Nur ein Junge hingegen errang ein Siegerurkunde.

Bemerkung:

Bei der vorliegenden Lorbacher Schulchronik handelt es sich um eine Abschrift, die mit der Schreibmaschine geschrieben wurde. Ein paar wenige kopierte Blätter der Originalchronik sind beigefügt. Der Text wurde zum besseren Verständnis nur in we­nigen Fällen vom Bearbeiter geändert. Der in Klammern gefasste Text wurde von dem Bearbeiter zugefügt.
Im Stadtarchiv Mechernich, das für die Archivierung der Schulchroniken zuständig ist, befindet sich weder das Original noch eine Abschrift der Lorbacher Schulchronik. Sollte die Originalchronik noch irgendwo vorhanden sein, wäre die Stadtarchivarin dankbar, wenn diese ans Archiv abgegeben würde, da dort bereits ein großer Teil der Chroniken der ehemaligen dörflichen Schulen des Stadtgebietes archiviert sind. Im Archiv ist gewährleistet, dass dieses Schriftgut erhalten bleibt und dem interes­sierten Bürger zugänglich ist."

 

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