Schuljahr 1953 / 54

zusammengestellt von Albert Velser, Vussem

„Das Schuljahr begann am 16.04.53. Neu aufgenommen wurden 2 Mädchen. Die gesamte Schülerzahl betrug damit 34, 16 Jungen und 18 Mädchen.
Auf Anregung der Regierung wurde der Verkehrserziehung besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Das Gesamtunterrichtsthema am Anfang des Schuljahres hieß: Sei höflich und hilfsbereit im Straßenverkehr! Zwei volle Stunden sprach der Polizeiwachtmeister Wolter aus Vussem zu den Kindern über die Gefahren im Straßenverkehr.
Weil die meisten Kinder an Masern erkrankt waren, mußte die Schule vom 19.06. bis zum 28.06.geschlossen werden.
Unser Schulausflug mit den Eltern führte uns über Euskirchen – Bonn durch den Westerwald nach Montabaur, wo wir das Schloß besichtigten. Weiter ging die Fahrt zur Lahn; die Kuranlagen in Bad Ems wurden eingehend besichtigt. Danach brachte uns der Omnibus über die Höhen des Taunus nach Braubach am Rhein. Abends fuhren wir über Koblenz – Rheinbach nach Hause.
Die Bundesjugendspiele wurden am 28.07. mit den Schulen Breitenbenden, Vussem, Holzheim und Harzheim in Vussem abgehalten.
Pfarrer Eugen Kranz wurde im August nach Krefeld Ficheln versetzt. Die Pfarre verabschiedete ihn am 09.08. mit einer schönen Feier. Es muß erwähnt werden , das Pfarrer Kranz zu Ehren des Pfarrpatron St. Georg den Georgsritt einführte. Dieser Georgsritt fand am 1. Mai statt und war ein voller Erfolg.
Der nationale Feiertag wurde am 7.9. in würdiger Weise in der Schule begangen.
Am 22.10. fand an der hiesigen Schule die Arbeitsgemeinschaft der Junglehrer statt. Ich hielt eine naturkundliche und eine deutschkundliche Stunde.
Eine Wanderung am 27.10. nach Urfey zeigte uns in Nähe des „Königsfeldes“ eine Pappelanpflanzung.
Nach dem diesjährigen Martinszug wurde in der Schule eine Feier zu Ehren der achtzigjährigen Frau Haas gehalten.
Zu Ehren der Gefallenen wurde am Volkstrauertag von den Schulkindern eine Feier veranstaltet. Herr Bürgermeister M. Schumacher hielt eine Ansprache.
Im Januar wurde die Schule, weil schon seit Jahren Jauche in den Keller drang, ringsum freigelegt, verputzt und mit einem Schutzanstrich versehen.
Bei schönem und warmen Frühlingswetter wurde am 6. Februar eine Wanderung nach Vussem – Eiserfey unternommen.
Den Geburtstag des Bundespräsidenten feierten wir am 1. Februar.
Eine lustige Fastnachtsfeier veranstalteten wir am 2. März in der Schule.
Bei einer Feierstunde zum Tag des Baumes wurden im Unterdorf in der Nähe des alten Brunnens 4 Birken gepflanzt. Die Kinder umrahmten die Feier mit Gedichten, Sprechchören und Liedern. Bürgermeister Schumacher hielt eine Ansprache.
Der 27. März waren Eltern und Kinder im Schulsaal vereint, um 4 Jungen und 2 Mädchen aus der Schule zu entlassen. Nach Gedichten und Lesungen und Liedern der Kinder hielten der Bürgermeister und ich Ansprachen an die zur Entlassung kommenden Schüler. Nach der Zeugnisverteilung traten sie den Weg ins Leben an.
Das Schuljahr schloß am 10. April 1954.
Zwei Jungen beabsichtigen, die Gymnasien in Euskirchen bzw. Rheinbach zu besuchen. Ein Mädchen will an der Handelsschule in Dortmund studieren.
Am 1. Mai 1954 wurde ich nach Oberhausen bei Schleiden versetzt.
                                                                                  Ernst Löhr

Bemerkung:

Bei der vorliegenden Lorbacher Schulchronik handelt es sich um eine Abschrift, die mit der Schreibmaschine geschrieben wurde. Ein paar wenige kopierte Blätter der Originalchronik sind beigefügt. Der Text wurde zum besseren Verständnis nur in wenigen Fällen vom Bearbeiter geändert. Der in Klammern gefasste Text wurde von dem Bearbeiter zugefügt.
Im Stadtarchiv Mechernich, das für die Archivierung der Schulchroniken zuständig ist, befindet sich weder das Original noch eine Abschrift der Lorbacher Schulchronik. Sollte die Originalchronik noch irgendwo vorhanden sein, wäre die Stadtarchivarin dankbar, wenn diese ans Archiv abgegeben würde, da dort bereits ein großer Teil der Chroniken der ehemaligen dörflichen Schulen des Stadtgebietes archiviert sind. Im Archiv ist gewährleistet, dass dieses Schriftgut erhalten bleibt und dem interessierten Bürger zugänglich ist."

 

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