Schuljahr 1942/ 43

zusammengestellt von Albert Velser, Vussem

Das neue Schuljahr begann am 28.07.1942. Die Schülerzahl ist 47. 29 Knaben 18 Mädchen, darunter sind 9 Neulinge.
Auf dem Bergwerk verunglückte tödlich am 5. August der Bergmann Hubert Müller im Alter von 31 Jahren. Er war mit Barbara Wilsberg aus Lorbach verheiratet. Er wurde aus der russischen Front reklamiert und 3 Wochen später traf ihn der Tod durch herabstürzende Gesteinsmassen.
Am 10 Sept. fanden in Lorbach die Herbstkämpfe statt. Es beteiligten sich daran die Schulen Lorbach, Bergheim, Vussem, Harzheim und Breitenbenden. Von den Lorbachern Schulkindern errangen 3 die goldene 3 die silberne Siegesnadel.
Nießen Anton errang 192 Punkte
Pützer Kath. 195 Punkte
Naßheuer Kath. 230 Punkte

In den Morgenstunden des 8. Sept. 42 fiel am Ferekin Asien der Panzerobergrenadier Josef Dahmen in vorderster Linie liegend bei einem feindlichen Fliegerangriff durch Bombenvolltreffer. Die Kompanie bereitete ihm am Ferek ein würdiges Grabmal. Sein Kompanieführer schrieb der Mutter, daß er stets ein Pflichtgetreuer, tapferer Soldat und ein guter, hilfsbereiter Kamerad gewesen sei. Joseph Dahmen war 32 Jahre alt und von Beruf Schlosser. Seine Mutter, die Ww. Dahmen hat noch 2 Söhne bei den Soldaten, einer in Rußland und einer im Westen.

Am 4. Oktober wurde in Mechernich in würdiger Weise das Erntedankfest gefeiert. Im Mittelpunkt der Feier stand die Ehrung von besonders verdienten Landfrauen. 2 von ihnen erhielten neben einer Ehrenurkunde ein Geldgeschenk. Als einzige Landfrau aus der Bürgermeisterei Mechernich erhielt Frl. Elisabeth Stolz aus Lorbach die Kriegsverdienstmedaille verliehen. Gemeinsam mit ihrem Bruder bewirtschaftet sie einen Betrieb von 70 Morgen. Seit Kriegsausbruch ist ihr Bruder Wilhelm eingezogen und sie verrichtet mit einem Kriegsgefangenen Polen allein mit bestem Erfolge die landwirtschaftlichen Arbeiten. Ihren Betrieb hat sie zu einem Musterbetrieb ausgebaut. Der Ortsgruppenleiter Baltz – Mechernich überreichte Frl. Stolz mit den herzlichen Glückwünschen der Partei die verdiente Auszeichnung. Frl. Stolz entstammt einer kindereichen Bergmannsfamilie, sie ist im Kreis ihrer 13 Geschwister aufgewachsen.

Bei den schweren Abwehrkämpfen im großen Donbogen starb am 9.1.43 der Grenadier Klemens Lorse den Heldentot. Er erhielt einen Brustschuß, der seinen sofortigen Tod herbeiführte. Zusammen mit 4 anderen Gefallenen der Kompanie liegt er schlicht und soldatenwürdig in der Nähe der Stadt Morosowskaja begraben. Sein Kompanieführer schrieb an die Witwe: Wir verloren mit unserem Kameraden Lorse einen braven, stets hilfsbreiten, vorbildlichen Soldaten, der innerhalb der Kompanie ebenso beliebt war, wie ihn seine Vorgesetzten wegen seiner selbstverständlichen Pflichterfüllung hoch schätzten.

Clemens Lorse war 34 Jahre alt, er war von Beruf Anstreicher, er war verheiratet und Vater von 3 Kindern. Immer war er ein ruhiger bescheidener Mensch und fleißiger Arbeiter.

Bemerkung:

Bei der vorliegenden Lorbacher Schulchronik handelt es sich um eine Abschrift, die mit der Schreibmaschine geschrieben wurde. Ein paar wenige kopierte Blätter der Originalchronik sind beigefügt. Der Text wurde zum besseren Verständnis nur in wenigen Fällen vom Bearbeiter geändert. Der in Klammern gefasste Text wurde von dem Bearbeiter zugefügt.

 

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